21.01.2006

Wenn hier was schief geht ...

Planungen für Umbau von Lappan-Kreuzung und Staulinie nehmen Form an

Die Staulinie wird zum Boulevard, die Lappan-Kreuzung zum Tor in die Wasserstadt, der Durchgangsverkehr verkrümelt sich auf die Stadtautobahnen. Wunsch- oder Alptraum?

Die Antwort hängt von der Sichtweise ab.

Für den Oldenburger Verkehrs- und Baudezernenten Dr. Frank-Egon Pantel ist die Sache klar: Der Bereich von Lappan-Kreuzung bis zum Stautorkreisel muß attraktiver werden. Vergleichsweise hohe Leerstände bei den Läden an der Staulinie sowie wenig Betrieb in den zahlreichen Passagen seien nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß es für Passanten vor allem wegen der schlechten Aufenthaltsqualität nur wenig Gründe gebe, sich dort hinzubegeben.

Änderung soll vor allem der Umbau von Lappan-Kreuzung und Staulinie bringen. Gegenüber den ursprünglichen Plänen soll der Rückbau des Bereiches etwas behutsamer erfolgen. Angesagt ist neben einer deutlichen Reduzierung der Verkehrsfläche im Kreuzungsbereich vor allem die Aufhebung der Busspur an der Staulinie. Die Busse sollen künftig im Bereich der beiden Haltestellen auf der rechten Fahrspur halten. Grundsätzlich bleibt es aber bei der jeweils zweispurigen Verkehrsführung auf Staulinie und Staugraben.

Um die Perspektive einer Wasserstadt deutlicher zu machen, ist geplant, den Uferbereich der Haaren teilweise vom bisherigen Grün zu befreien. Die dann vergrößerte Mittelinsel zwischen Staulinie und Staugraben soll mit einer Freitreppe zum Wasser hin versehen werden. “Der Blick von Norden in den Wasserlauf hinein wird beeindruckend sein”, meinte Pantel. Das sahen die Mitglieder des Ausschusses für Stadtplanung und Bauen nach dessen Vortrag am Donnerstag allerdings nicht ganz so rosig. Angesichts der großen Verkehrsströme in dem Bereich sei zu bezweifeln, daß Passanten die Freitreppe in größerem Ausmaß annehmen könnten.

Im Ausschuß hielten sich die Zweifel an den Planungen unterm Strich allerdings in Grenzen. Gänzlich anders waren die Reaktionen noch vor Jahresfrist ausgefallen. Die  - damals weitergehenden - Umbaupläne für die Lappan-Kreuzung und Staulinie/Staugraben stießen bei einer Sitzung von Verkehrs- und Bauausschuß auf wenig Gegenliebe.

Pantel konnte den Ausschußmitgliedern dieses Mal mehr Verständnis abringen. “Wenn es nachmittags mal für eine Stunde hapert, dann ist das wohl hinnehmbar”. äußerte sich Nils Krummacker (FPD). Kritische Anmerkungen gab es vor allem von Ratsherr Rolf Müller CDU). Der Umbau laufe wegen der damit verbundenen Einschränkungen darauf hinaus, die Bevölkerung zu erziehen. Es gehe zwar in Ordnung, wenn dort nicht mehr jeder einfach durchfahre. Aber der verdrängte Verkehr müsse ja irgendwo hin. Die Alternative der Stadtautobahn, um an der Innenstadt vorbeizukommen, sei problematisch. “Wir kennen auch die Zustände an den Auffahrten zum Autobahnring.”

Pantel beschwichtigte mehrfach: “Die Kreuzung wird auch künftig der zentrale Platz in Oldenburg bleiben. Es soll hier aber bewußt eine Bremse eingebaut werden. Das ist doch nur ein minimalster Eingriff.” Eine Simulation habe bei 30.000 Fahrbeziehungen pro Tag auf der Lappan-Kreuzung lediglich einen zeitweiligen Überschuß von 150 Fahrzeugen ergeben.

Ein Verkehrsversuch soll demnächst zeigen, ob die Simulation 1 zu 1 in die Wirklichkeit umzusetzen ist. Dann wird sich herausstellen, ob die Fahrzeugmenge kompatibel sein könnte zu den Planungen

  • einer neuen Linksabbiegerspur vom Pferdemarkt aus Richtung Bahnhof
  • einer fehlenden Busspur an der Staulinie
  • Fußgängern künftig die Lappan-Kreuzung wieder oberirdisch queren zu lassen
  • einer neuen Bushaltestelle, die vom Bahnhof aus kommend hinter der Kreuzung im Bereich der jetzigen Rechtsabbiegerspur angelegt wird.

Ratsherr Rolf Müller zog schon zu Beginn der Diskussion das Fazit: “Wenn hier was schief geht, dann werden uns die Oldenburger Bürgerinnen und Bürger steinigen.”
(jr)

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Guten Tag Herr Pantel, waren Sie schon beim Arzt?

 

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