07.02.2012

Notwehr

Taxen stellen sich zur Abwehr gegen Tourenklau direkt vor Disco auf

Als 2010 die Diskothek Rocktheater schlo├č, war auch Schlu├č mit den langj├Ąhrig guten Ums├Ątzen auf dem Taxistand an der gegen├╝berliegenden Stra├čenseite. Nach etwas mehr als einem Jahr Pause k├Ânnte der Taxistand an der Alten Molkerei nun wieder an Attraktivit├Ąt f├╝r das Taxigewerbe gewinnen. Der im vergangenen Dezember er├Âffnete Rocktheater-Nachfolger Furys zieht nach verhaltenem Anfang zunehmend Publikum an, Taxifahrer k├Ânnten sich freuen. K├Ânnten, wenn nicht alln├Ąchtlich alte Erinnerungen wachger├╝ttTaxen vor dem Furyselt w├╝rden.

Ein Blick zur├╝ck: In den 90er-Jahren war der Bereich rund um die Alte Molkerei nicht zuletzt in Ermangelung eines regul├Ąren Taxistands eher Niemandsland. Mietwagen fuhren gro├če Teile der Kunden zur Diskothek hin und sp├Ąter wieder zur├╝ck. Da├č nicht jeder der Konkurrenten sich dort bestellterweise aufhielt, wurde lange Zeit z├Ąhneknirschend hingenommen. Erst zur Jahrtausendwende brachten einige Kollegen die Wende. Sie quartierten kurzerhand die Beschilderung eines wenig genutzten Taxistandes zur Alten Molkerei um, der illegal eingerichtete Taxistand erfreute sich umgehend gro├čer Beliebtheit. Die Aktion sorgte zwar f├╝r einige Aufregung in Taxigewerbe und Stadtverwaltung, doch in der Folge wurde erstmals ein regul├Ąrer Taxistand eingerichtet.

Nach der Neuer├Âffnung des Furys im Dezember f├╝hlt sich manch ein Fahrer nun an die alten Zeiten erinnert. Einige Taxi- und Mietwagenfahrer stellen ihre Fahrzeuge vorzugsweise direkt vor dem Eingang der Diskothek ab, die Kollegen auf dem weiter entfernten Taxistand haben das Nachsehen. In den vergangenen N├Ąchten lie├čen sich erste Konsequenzen beobachten: Um nicht immer wieder ├╝bergangen zu werden, fahren jetzt auch die sonst auf dem Taxistand wartenden Fahrer direkt auf das Gel├Ąnde. Wegen der knappen Platzverh├Ąltnisse sind R├╝ckstaus bis auf die Bloherfelder Stra├če die Folge. Und es fragt sich, ob es auch heutzutage wieder einer unkonventionellen Initiative wie seinerzeit bedarf, bevor es zu einer nachhaltigen Regelung vor Ort kommt. Bis dahin wird vorerst das Wort Notwehr die Runde machen.
(jr)

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