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18.06.2021

Auf dem Gaspedal

Neuer Taxitarif fĂĽr 2022 schon jetzt im Verkehrsausschuss

Überraschend früh steht auf der Tagesordnung für die kommende Sitzung des Verkehrsausschusses (21. Juni, im PFL ab 17 Uhr) eine Taxitariferhöhung.

Die entsprechende Tisch- und Diskussionsvorlage für die Ausschussmitglieder wurde ungewöhnlichweise erst am heutigen Freitag veröffentlicht. Offensichtlich musste die zuständige Stadtverwaltung bis kurz vor knapp noch an verschiedenen Formulierungen „feilen“.

Und trotzdem verbleiben - auch das ist ungewohnt - mehrere „Baustellen“: So fehlt bisher beispielsweise die Stellungnahme des Landesamts für Mess- und Eichwesen bezüglich der Eichfähigkeit des Tarifs.

Doch warum die Eile? Die Stadtverwaltung verweist in ihrer Vorlage auf die Kommunalwahlen im September, weshalb der Taxitarif noch vor deren Durchführung beschlossen werden soll. Vermutlich sind die noch im Juli stattfindenden Verkehrsausschusssitzung und die darauffolgende, entscheidende Ratssitzung als eine Art Puffer anzusehen, falls es von der Politik doch noch Einwände geben sollte. Hat es ja alles schon mal gegeben …

Ansonsten wird ähnlich verfahren wie bei der letzten Taxitariferhöhung: Es werden beide Mindestlohnerhöhungen für 2022 gemittelt und finden Eingang in den Tarif, der ab dem 1. Januar gelten soll - so wird eine zweite Fahrt zum Eichamt und damit weitere Kosten vermieden.

Dass die Stadtverwaltung zudem die Bezahlmöglichkeiten im Taxi erweitern und die Akzeptanz der Kartenzahlung verbindlich vorschreiben möchte, ist ein längst überfälliger Schritt.

Zu begrüßen ist die geplante Verpflichtung zur Mitführung der kompletten Taxitarifordnung. Die Stadtverwaltung erhofft sich hier mehr Transparenz für die Fahrgäste.

Und wer sich den Vorschlag der Verwaltung ganz genau anschaut, dem fällt noch eine kleine aber wichtige Ergänzung beim Kassieren des Großraumzuschlags auf. Dieser bezieht sich nun unmissverständlich auf die „Ladung“ und schließt einen Zuschlag für die Beförderung von Rollstuhlfahrer*innen in dafür vorgesehenen Taxen aus.

gl
 

Kommentar

Umsichtig - aber auch berechnend

Wenn man davon ausgeht, dass die Oldenburger Taxiunternehmer*innen aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben und eine Taxitariferhöhung tatsächlich so zeitig in die Spur bringen, dann steckt dahinter nicht nur ein hoffentlich erwachtes Interesse am eigenen unternehmerischen Tun oder sogar die BefĂĽrchtung durch die Irrungen und Wirrungen einer Kommunalwahl aus dem Blickfeld zu geraten. 

Nein - es ist natürlich auch als taktisches Kalkül anzusehen, dass ihre frühen Forderungen nach höheren Preisen zum Jahreswechsel 2022 auch so schnell wie möglich von den Fahrgästen vergessen werden.

Warum? Naja, ein erst im jeweiligen November oder Dezember durch die Ausschüsse bewilligter Antrag auf höhere Taxipreise wurde in der Vergangenheit oft und zurecht kritisch medial begleitet. Und führte - neben anderen Faktoren - auch zu einem umsatzschwächeren Jahresbeginn, indem die Fahrgäste sich durchaus skeptisch zeigten. (Übrigens auch und verständlicherweise beim Trinkgeld - aber an eine Einkommensverbesserung der Fahrer*innen wird die örtliche Unternehmerschaft beim frühen Tarifantrag sicherlich nicht gedacht haben …)

Und so hilft es natürlich ungemein, eine Tariferhöhung für 2022 so früh wie möglich „durchzupauken“: Es folgt die Sommerpause, viele Leute genießen die Ferien - und haben danach hoffentlich vergessen, dass das Taxifahren ab 2022 teurer wird …

gl
 

 

16.03.2021

GruĂź aus der KĂĽche

Via präsentiert sich dem Verkehrsausschuss

Waren FDP Ratsfrau Ratjen-Damerau die vorangegangenen Diskussionen um den neuen Rahmenplan Mobilität und Verkehr streckenweise noch zu provinziell, so dürfte die anschließende Präsentation von Veronica Markewitz zum Thema Mobility-on-Demand eher nach ihrem Geschmack gewesen sein. Denn die Via-Mitarbeiterin stellte Oldenburg - bei entsprechendem Interesse an deren Mobilitätskonzepten - einen gebührenden Platz auf der firmeninternen Weltkarte neben so prominenten Städten wie London und Amsterdam in Aussicht. Auch Bielefeld ist mit dabei … naja, Bielefeld …

Da sie sich zudem live aus dem Homeoffice ihrer KĂĽche zuschalten lieĂź, durften sich auch diejenigen Ratsmitglieder angesprochen fĂĽhlen, die es gerne etwas gemĂĽtlicher und eine Nummer kleiner mögen. Somit war schon mal fĂĽr jede/n was dabei. 

Wenn man also als Kommune Mobility-on-Demand anbieten und demzufolge eine vermeintliche Lücke in der innerstädtischen Personenbeförderung schließen möchte, muss man bei Via nur zugreifen: Von der Inanspruchnahme der Software und Serviceleistungen bis hin zum Rundumsorglospaket in Form von Fahrzeugen und Fahrpersonal ist vieles im Angebot – und das alles möglichst praxis-, zukunfts- und lösungsorientiert.

Hellhörig wurden die anwesenden Taxiinsider, als Veronica Markwitz sogar die Beförderung von Dialysepatienten und die Schülerbeförderung als Geschäftsfeld ins Spiel brachte, wobei sie nicht nur in diesem Zusammenhang auch gleich eine „Beruhigungspille“ griffbereit hatte: “Bei Interesse könnte man gerne die Taxiunternehmen mit einbeziehen.“ Man könne deshalb sogar von einer WinWin-Situation sprechen.

Dass das (vermeintliche) Erfolgskonzept irgendwann schon mal da gewesen sei, gab Frau Markwitz gleich zu Beginn ihrer Ausführungen in einem Nebensatz zu. So erwähnte sie das gute, alte AnrufSammelTaxi; natürlich nicht ohne die u.a. deutlich höhere Flexibilität des aktuellen Angebots zu betonen.

Im Anschluss an die Präsentation hatten die Mitglieder des Verkehrsausschuss` das Wort. CDU Ratsherr Christoph Baak, auf dessen Initiative Via eingeladen worden war, bedankte sich und nahm noch einmal Bezug auf die letzte Sitzung. Bei der habe es ja Kritik von der Taxibranche gegeben und man sei nach diesem Vortrag „ein bisschen schlauer und man müsse jetzt schauen, ob daraus was werden kann“. Zudem sprach er sich für ein Miteinander der verschiedenen Personenbeförderer aus.

Der Bündnis 90/Die Grünen Ratsherr Monteyne legte sein Augenmerk auf den Datenschutz und hakte nach. Veronica Markwitz wies hier auf die Konformität mit der EU Gesetzgebung hin und betonte, dass alle gesammelten Daten ausschließlich in der EU gespeichert und verarbeitet werden.

Die anwesende Vertreterin des Behindertenbeirats ging verständlicherweise ins Detail und wollte wissen, ob es Einschränkungen für Blinde, Gehörlose oder bei der Beförderung von Begleithunden gäbe. Doch auch für diese Bedürfnisse konnte die Mitarbeiterin der Firma Via Lösungen präsentieren.

Da schon während des Vortrags mehrfach auf die Kooperation örtlicher Verkehrsbetriebe mit Via in verschiedenen Städten hingewiesen wurde, erwartete zumindest ein Teil der Zuschauer noch ein Statement des Vertreters der VWG. Doch Herr Atzler schwieg. Nicht zum ersten Mal bei diesem Thema. Merkwürdig.

gl

 

18.02.2021

Info des Oldenburger Eichamts

Info für die Taxi- und Mietwagenunternehmen, die noch keine Meldung des Eichamts Oldenburg bekommen haben: Eichungen sind derzeit nach telefonischer Terminabsprache unter Telefon (0441) 97178-0 wieder möglich.

https://www.men.niedersachsen.de/standorte/oldenburg/betriebssstelle-eichamt-oldenburg-emden-135962.html

 

 

16.02.2021

Via darf informieren

Mobilität-on-Demand interessiert alle Ratsmitglieder – CDU Antrag einstimmig angenommen

Panik, dass aus Sicht der anwesenden Taxifahrer ein spezieller Tagesordnungspunkt nicht ausreichend gewürdigt werden würde, kam nur kurz auf, als der Vorsitzende des Verkehrsausschuss` Sebastian Beer gleich zu Beginn der gestrigen Sitzung das Motto des Abends ausgab: Ganz besonders kurz und schmerzlos sollte die Sitzung angesichts der Wetterlage sein. Man wolle schließlich so sicher wie möglich nach Hause, so Beer. Dabei hätten ihm die anwesenden Personenbeförderer sicherlich gerne behilflich sein können.

Dass die Sitzung dann zum Glück doch noch etwas länger ging, lag auch an Remmer Witte, seines Zeichens Prokurist bei Acht-Elf-Elf Das Taxi, TAXItimes-Redakteur und gewerbepolitisch überregional aktiv als Mitglied der Taxi-Erfagruppe - sozusagen multifunktional. Seine Stellungnahme zu Mobilität-on-Demand durch einen externen Anbieter ließ an Informationsgehalt nichts zu wünschen übrig. Doch der Reihe nach.

Die CDU-Fraktion hatte das Thema auf die Tagesordnung gesetzt und den Antrag gestellt, den Verkehrsausschuss demnächst durch einen Vertreter der Firma Via (ehemals ViaVan) auf den neuesten Wissensstand über alternative Personenbeförderungskonzepte zu bringen. Und so führte Ratsherr Christoph Baak nicht nur kurz in das Geschäftsmodell des weltweit agierenden Unternehmens ein sondern betonte auch ausdrücklich die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit der VWG.

Im Anschluss wurde dann Remmer Witte die Gelegenheit gegeben, seine kurzfristig eingereichte Stellungnahme, die zudem im Foyer des PFLs fĂĽr alle Ratsmitglieder auslag, vorzutragen.

Was den Politikern danach vor allen Dingen im Gedächtnis haften bleiben dürfte, ist dass mit der Firma Via ein nichtlokaler, ja eigentlich schon fast globaler, Player auf einen kommunalen Markt drängt, wobei dieser eigentlich nichts kann, was das Oldenburger Taxigewerbe nicht auch anbieten könnte - und sogar schon angeboten hat. Man dürfe sich diesbezüglich gerne an das erste Frauenmobilangebot rund um die Jahrtausendwende erinnern. „Und zauberhafte, neue Algorithmen sind nichts, was wir in Oldenburg nicht auch schon können!“, so Remmer Witte weiter, der in seinem kurzweiligen Vortrag natürlich auch den Aspekt Klimaschutz ins Spiel brachte. Zu offensichtlich sind die Erfahrungen aus anderen Städten, dass solche Projekte eher mehr als weniger Verkehr „produzieren“. Zum Abschluss legte er den versammelten Politikern*innen nahe, das Oldenburger Personenbeförderungsgewerbe mit ins Boot zu nehmen.

Und so ruderte Christoph Baak bei seiner anschließenden Replik fast schon zurück, als er anmerkte: “Ich bin voll bei Ihnen! Aber zuhören schadet ja nicht.“ Es gehe zuallererst nur um Informationen. Und es sei auch klar, dass man Veränderungen nur miteinander auf den Weg bringen könne.

Ein Weg, der zumindest gestern nicht steinig, sondern einfach nur verdammt glatt war …

gl
 

Kommentar:

Ein merkwĂĽrdiger Abend

Ungeachtet der positiven Tatsache, dass ein Teil des Oldenburger Taxigewerbes offensichtlich aufgewacht ist und auch völlig losgelöst davon, dass der Balanceakt zwischen möglichen, eigennützigen Unternehmensinteressen und eines eigentlich dringend notwendigen Vertretungsanspruchs des gesamten Oldenburger Taxigewerbes nur so halb gelungen ist, stellt sich die Frage, warum es bei diesem Thema eigentlich gestern so auffallend still im Verkehrsausschuss war.

Bis auf den erstzunehmenden Hinweis der Vertreterin des Behindertenbeirats, dass die vergleichbare Firma Moia in Hannover „Probleme mit der Barrrierefreiheit“ habe .... nichts. Gar nichts.

Die Verwaltung hielt sich auffällig zurück.

Was war mit den Grünen? Nichts! Obwohl ihr die Klimaschutzproblematik bei dieser „nichtlokalen“ Angebotsform quasi auf dem Silbertablett serviert wurde.

Die SPD? Auch nix. Deren Abgeordnete hoben nur brav die Hand zur Abstimmung.

Doch besonders merkwürdig ist das Schweigen des Vertreters der VWG. Und das, obwohl die VWG mehrfach direkt erwähnt, ja sogar als natürlicher Partner eines Mobilität-on-Demand Angebots von der CDU ins Spiel gebracht worden war. Und sich offensichtlich schon vor gar nicht so langer Zeit mit dem Thema und einem vermeintlich großen Anbieter ernsthaft beschäftigt hat. Stichwort: Clevershuttle.

So eine Gelegenheit lässt sich ein Vertreter des Verkehrsunternehmens im Verkehrsausschuss doch sonst nicht entgehen?

„Nachtigall, ick hör dir trapsen!“, könnte man zugegeben etwas dumpf berlinern, zumal die dortige Partnerschaft der Verkehrsbetriebe mit Via politisch unter Beschuss steht.

Wenn da mal nicht in Oldenburg die „Sondierungsgespräche“ schon viel weiter gediehen sind, als man glauben soll …

Aber vielleicht wollte er auch einfach nur zeitig nach Hause.

gl
 



 

09.02.2021

Das Schreckgespenst kommt näher

Oldenburger CDU setzt Mobilität-on-Demand auf die Tagesordnung

Kommt die angestrebte Verkehrswende auch in Oldenburg an? Geht es nach dem Willen der CDU soll schon im März ein Vertreter*in der Firma ViaVan aus Berlin dem Verkehrsausschuss das Thema „Mobilität-on-Demand“ näherbringen und ĂĽber ihre Lösungen zur Ergänzung bestehender Ă–PNV – Angebote berichten.  Dabei arbeite ViaVan „eng mit Kommunen und öffentlichen Verkehrsbetrieben zusammen“, heiĂźt es weiter in der Beschlussvorlage der Ratsfraktion, ĂĽber die der Verkehrsausschuss am kommenden Montag (15. Februar, 17 Uhr, PFL) beraten soll..

In ihrer Stellungnahme bietet die zuständige Stadtverwaltung den Ratsmitgliedern ausgewogene, zusätzliche Informationen über das Konzept des Unternehmens, die Geschichte und - am Beispiels Berlins – die Zusammenarbeit mit den dortigen Verkehrsbetrieben. Ob das Oldenburger Taxigewerbe durch die vom Verkehrsdezernenten Dr. Sven Uhrhan getätigte Aussage, dass der Fahrpreis eines sogenannten Ridepooling-Diensts in der Regel zwischen ÖPNV- und Taxitarif liegt, aufgeschreckt wird, bleibt abzuwarten.

gl
 

Kommentar:

Ein Schiff wird kommen!

Innovative Verkehrswende hieß in Oldenburg zunächst einmal, dass die in den Metropolen schon lange verbreiteten Elektrorollerdienste auch im Nordwesten ankamen - erwartbar. Ebenso war für den über den Stadtrand hinausschauenden Taxifahrer*in klar, dass sich Ridepooling-Dienste irgendwann nach Absatzmärkten abseits „richtiger“ Großstädte umschauen würden. Die Firma ViaVan, die sich im Rahmen eines Joint Ventures Mercedes Benz mit ins Boot geholt hat, bietet ihre Dienste beispielsweise auch bereits in Gütersloh und Münster an.

E-Mobilität, Algorithmus, On-Demand-Service und Ridepooling sind Stichworte, die sich nicht nur innovativ anhören sondern - Dr. Sven Uhrhan bringt es in seinen Informationen für die Ratsmitglieder auf den Punkt – auch verdammt teuer sein können. Am Beispiel Berlins macht er deutlich: So etwas muss sich der Steuerzahler*in leisten können und wollen.

Und wenn es um das „WOLLEN“ geht, ist bei der Entscheidung über die Verwendung von Steuergeldern der „WILLE“ der Politik, entsprechende und teure Konzepte umzusetzen, federführend.

Es fällt schwer zu glauben, dass die Oldenburger CDU von ganz allein auf die Idee gekommen ist, die Firma ViaVan zu einer Informationsveranstaltung einzuladen. Vielmehr dürfte ViaVan (schmerzlich?) gelernt haben und mittlerweile ganz genau wissen, welche Vorgehensweise notwendig ist, wenn man für seine Expansionsbestrebungen dringend öffentliche Gelder benötigt. Da zudem auch immer die Kooperation mit kommunalen Verkehrsbetrieben angestrebt wird, stellt sich die Frage, ob die VWG nicht schon längst mit im Boot sitzt. Vergleichbare Angebote gehören beispielsweise in Hamburg und Hannover schon zum Standard.

Zwar begehrt überall das Taxigewerbe gegen die unliebsame Konkurrenz auf, wirft ihr Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht vor, strengt Gerichtsprozesse an und suhlt sich auch weiterhin im Selbstmitleid, da der eigene Untergang vermeintlich unmittelbar bevorsteht. Doch die Politik zeigt sich davon weitgehend unbeeindruckt; geht bei der Personenbeförderung neue Wege, reformiert das Personenbeförderungsrecht und nimmt offensichtlich wenig Rücksicht, auf den zum Teil albern anmutenden Lobbyismus der Taxiverbände. So brachte es kürzlich wieder einmal Dirk Ritter von der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation auf den Punkt, indem er das örtliche Taxigewerbe öffentlich aufforderte, bei der Verkehrswende innovativ mitzuwirken, oder…eben nicht mit im Boot zu sitzen.

Es wird spannend sein, zu beobachten, in welche Richtung das Oldenburger Taxigewerbe rudern möchte. Die schon fast legendär schläfrige Unternehmerschaft könnte protestieren, zetern, betteln, heulen und um Gnade winseln – oder sich voll Zuversicht an die Spitze des Konvois setzen, die Segel setzen, Fahrt aufnehmen und dem Sturm trotzen. Schiff ahoi!

gl
 



 

01.01.2021

Taxitarif 2021 in Kraft getreten

Die ab 01.01.2021 erfolgte Änderung des Oldenburger Taxitarifs betrifft ausschließlich die Tarifstufen 2 und 3. Ab 5 km Fahrstrecke werden Fahrten tagsüber um 10 Cent je km teurer, ab 10 km um 20 Cent. Nachts und sonn/feiertags verteuern sich Fahrten über 10 km um 20 Cent je km. Die Wartezeitpreise blieben unverändert. Die Preiserhöhung macht sich dementsprechend bei innerstädtischen Fahrten kaum bemerkbar.

(jr)

Oldenburger Taxitarif 2021
Ăśbersicht  Oldenburger Taxitarife 1959 bis 2021
 

 

17.11.2020

Einstimmiges Votum

Erhöhung des Taxitarifs passiert Verkehrsausschuss

Keine Einwände hatten die Mitglieder*innen des Oldenburger Verkehrsausschuss gegen die vom GVN (Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen) beantragte Anhebung des Taxitarifs. Die zum 01.01.2021 geplante Fahrpreiserhöhung muss nun noch auf der kommenden Ratssitzung endgültig genehmigt werden.

Der GVN begrĂĽndete seinen Antrag maĂźgeblich durch den zweimal steigenden Mindestlohn im kommenden Jahr. Die Verwaltung entschied sich daraufhin fĂĽr eine aufs Jahr gemittelte einmalige Steigerung des Tarifs um 1,36%.

Brachte die letzte Taxitariferhöhung eine für Fahrgäste sehr transparente Anhebung der Grundgebühr, so wird es ab dem kommenden Jahr für Taxifahrer*innen erheblich schwieriger, die berechtigte Frage der Kunden*innen sachgerecht zu beantworten, wieviel mehr ihre Fahrt denn kosten wird. Da die geplante Verteuerung der Preise fast komplett auf die längeren Strecken abgewälzt wird, wird die Antwort sehr oft lauten: "Für Sie bleibt der Preis dieses Mal gleich!"

gl
 

Kommentar:

Einstimmig aber einsam

Es erinnerte an schlechte alte Zeiten: Der Verkehrsausschuss befasste sich mit dem Thema Taxitariferhöhung und Oldenburgs Gewerbevertreter glänzten durch Abwesenheit - obwohl der große, gut belüftete Veranstaltungssaal des PFLs auch in Coronazeiten mehr als genug Platz geboten hätte, um sowohl Abstand zu halten und gleichzeitig Interesse zumindest vorzutäuschen.


Denn anders ist die pünktlich zum Sitzungstag bereits über die NWZ öffentlichkeitswirksam platzierte Danksagung nicht zu verstehen, bei der sich ein Gewerbevertreter für die gute Zusammenarbeit bei der Stadtverwaltung bedankte und in dem außerdem eine fast schon martialisch beschworene Einigkeit des Oldenburger Taxigewerbes zur Schau gestellt wurde.

Das örtliche Taxigewerbe stehe geschlossen hinter der Entscheidung der Stadtverwaltung, regelmäßig Tarifanpassungen aufgrund von Mindestlohnerhöhungen vorzunehmen. Im Fußball ist es übrigens fast immer ein schlechtes Zeichen, wenn man betont, dass man hinter dem Trainer steht …

Man schien sich seiner Sache also sicher zu sein und hielt eine Anwesenheit nicht für notwendig. Zudem wurde offensichtlich kein Widerstand aus der Politik erwartet - dabei hätte ein Blick in die Historie des Verkehrsausschuss genügt, um etwas demütiger an die Sache ran zu gehen und zumindest Präsenz zu zeigen. Denn schließlich wurden Anträge auf Tariferhöhung von den politischen Entscheidungsträgern auch schon mal vertagt.

Und so zeigte sich Verkehrsdezernent Dr. Sven Uhrhan im Rahmen der Einwohnerfragestunde sehr interessiert an dem Thema, dass eben nicht alle Oldenburger Taxiunternehmer*innen die immer wieder mitbeantragten höheren Fahrpreise in den Nachtstunden und an Sonn- und Feiertagen in Form von adäquaten Zuschlägen an ihre Fahrer*innen weitergeben ( soweit übrigens zur weiter oben "gefeierten" Einigkeit der Oldenburger Taxiunternehmer*innen ). Er lud sogar ein, dieses Thema zu vertiefen. Gleichwohl sehe er die Kontrolle dieses Misstandes weiterhin nicht als Aufgabe der Stadtverwaltung an. Ihm sei aber durchaus bekannt, dass zuständige Behörden anderer Großstädte gerade in diesem Bereich viel rigoroser gegen Verstöße von Taxiunternehmer*innen vorgehen.

Da drängen sich dem Beobachter doch zwei Fragen auf: Wer steht (siehe oben) hinter wem? Und vor allen Dingen: Wie lange noch?

gl
 


 

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Stand: 18.06.2021

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